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Mittwoch, 28. März 2018

Titern statt impfen - derselbe Quark in Grün





"Herr Doktor, Ihr Impftank ist fast leer, da muss nachgefüllt werden."
Foto: Wikimedia Commons




Vor einigen Wochen hat uns ein netter Holländer angeschrieben. Er verkauft über einen Webshop allerlei Nahrungsergänzungsmittel für Haustiere und hält Vorträge über Titermessungen bei Katze und Hund, bezahlt von einem Hersteller einschlägiger Schnelltests für die Praxis.

Er findet die Tests supertoll und hätte gern, dass wir das auch propagieren

In Deutschland sind sie zu seinem Bedauern noch nicht so populär wie in anderen Ländern Europas.


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Tut uns leid, aber das fällt uns im Traum nicht ein.  

Jedenfalls nicht, solange unserem Hausarzt die Impftiter seiner Patienten völlig schnurz sind


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Warum können wir uns für diese Antikörpermessungen nicht erwärmen?

Weil wir keinen überzeugenden Grund dafür kennen. 

Eine wissenschaftliche Begründung, warum Titerkontrollen bei Haustieren nötig sind und bei Menschen nicht, haben wir bisher noch nie gesehen.   


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Titerkontrollen sind sinnvoll, wenn man wissen will, ob ein Welpe/Jungtier erfolgreich geimpft wurde (beim Hund Staupe-Parvo oder Staupe-Hepatitis-Parvo, bei der Katze Katzenseuche). 

Auch das wäre allerdings ein Aufwand, den man bei kleinen Menschen nicht betreibt. Und den die Kassen auch nicht bezahlen würden. 

Tests sind höchstens noch dann nützlich, wenn Katze oder Hund in eine Tierpension sollen. Manche Betreiber sind ach so großzügig und akzeptieren für einige wenige Impfungen einen Titernachweis statt jährlicher Impfung.   

Das bewahrt die Tiere freilich nicht davor, für die Tierpension weitere Nachimpfungen verpasst zu bekommen (Lepto, Zwingerhusten usw.). 


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Für die Hersteller von Titertests ist eine derart begrenzte Anwendung natürlich uninteressant. 

Sie hätten gern, dass möglichst alle Katzen und Hunde jährlich für unsinnige Titertests zur Ader gelassen werden. 

Eine Win-win-Situation für Hersteller und Veterinäre. Genauso wie früher die jährliche Komplettimpferei.


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Manche Tierärzte sind auch hierzulande freudig auf den Titer-Zug aufgesprungen, und es werden sicherlich noch mehr. 

Begründet wird die Titerei gern so: Der Impfschutz sei "nicht bei jedem Tier gleich gut ausgeprägt", daher gebe es welche, die häufigere Wiederholungsimpfungen bräuchten. 


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Hier ist sie wieder, die Vorstellung, dass das Immunsystem eine Art Tank sei, der ständig nachgefüllt werden müsse und nachgefüllt werden könne.

Und der Titertest ist dabei die Tankuhr


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Unser Gewährsmann, der Labormediziner, kratzt sich am Kopf:  

"Ja, hond die Vederinär' denn koi Immunologie g'lernt an der Uni? Wisset die nix vom Immungedächtnis, von der zelluläre Immunidät und dem ganze komblizierde Zeug?"

Also, im Studienplan steht es.  

"Na no, wenn sie's g'lernt habet, es aber net glaube wollet, dann kennet mir Labormediziner uns nur drauf freue, dass sie ihre eigene Dider au schtrengschtens kondrolliere lasset. Impfdidermessunge für zehndausend pragdische Vederinär' jedes Jahr, und alle privat versichert ... Bei mir war aber no koiner."




©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/


Freitag, 16. März 2018

Blütenlese Tollwut: Fake News von dpa




Die Deutsche Presse-Agentur, besser bekannt unter dem Kürzel dpa, warnt in einem aktuellen Bericht vor der Tollwutgefahr in Asien und Afrika. 

Viele Redaktionen haben das dpa-Stück online veröffentlicht. 

Hier ein Beispiel.

So weit, so gut. 

Nicht gut ist aber dieser Satz:

"Der Abwurf von Impfködern hat in Deutschland dazu geführt, dass die Krankheit bei Füchsen nur noch vereinzelt auftritt" (Hervorh. MP). 

Vereinzelt? Tollwut tritt in Deutschland gar nicht mehr bei Füchsen auf. 

Und zwar seit geschlagenen 12 Jahren

Das ist auch der Grund, weshalb Deutschland seit nunmehr fast zehn Jahren den offiziellen WHO-Status tollwutfrei besitzt. 

Er wurde im Herbst 2008 verliehen, zweieinhalb Jahre nach dem letzten Fuchstollwutfall im Frühjahr 2006. 

Braucht man aber offensichtlich nicht zu wissen, wenn man (dpa-Eigenwerbung:) "zuverlässige" Nachrichten verbreitet. 

Dienstag, 13. März 2018

Seminar Hundeimpfung mit Mo Peichl, Friedrichsdorf, 7. April



Update 29. März:


Das Seminar in Friedrichsdorf muss wegen eines Trauerfalls in der Familie der Veranstalter verschoben werden. 

Es wird einen Ersatztermin geben, allerdings nicht so bald. 



Foto: Natural Doglife




Die Hundeschule Natural Doglife


bietet am 7. April in Friedrichsdorf (nördlich von Frankfurt/Main)

ein Seminar zum Thema Hundeimpfung mit Mo Peichl an. 



Staupe, Parvo, Tollwut und Co.: Wogegen sollte man impfen lassen?

Und wie oft?

Titerkontrollen: Sinnvoll oder rausgeworfenes Geld?

Nebenwirkungen: Nur ein Gerücht?



Weitere Info siehe hier